„Prostitution? Kann man nicht abschaffen“

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Dieser Satz stammt von Felicitas Schirrow, die in Berlin das Café Pssst betreibt. Genau wie das Café kein gewöhnlicher Laden für Koffein-Spezialitäten mit ‚Flavours‘ ist, so ist auch die Betreiberin keine Barista. Im Vordergrund geht es um die Wahre Frau – für 150 Euro plus Mehrwertsteuer kann Mann für eine Stunde mit einer Dame auf ein Zimmer. Im Hinterhaus liegt die Wohnung mit den fünf Schlafzimmern, in denen es mehr oder weniger romantisch eingerichtet zur Sache geht.

Foto 2Ginge es nach Alice Schwarzer, wäre in diesen Zimmern bald gar nichts mehr los. In der aktuellen Emma und in ihrem Buch ‚Prostitution. Ein Deutscher Skandal‘ fordert sie gemeinsam mit 99 Prominenten die Abschaffung der Prostitution. Die Damen aus dem Café Pssst können da nur müde lächeln. Abschaffen könne man das nicht, sagt die eine. „Hat es immer schon gegeben“, meint die andere.

Können – wollen – müssen – es ist ein Gewirr aus Fakten und Moral. Fakt zum Beispiel ist, dass Deutschland mit dem von Rotgrün auf den Weg gebrachten Prostitutionsgesetz nun eines der liberalsten Regelwerke in Sachen Prostitution in Europa hat. Doch zu einer Zunahme von Zwangsprostitution – oder besser: aufgedeckten Fällen – zeichnet sich nicht ab: So verweist die Bundeszentrale für Politische Bildung darauf, dass die Opferzahlen laut Bundeskriminalamt seit 2001 gesunken sind – von damals 987 Menschen auf 482 im Jahr 2011.

Natürlich sind das 482 zu viel – und es ist in meinen Augen gut und richtig, das Prostitutionsgesetz dahingehend zu reformieren, dass ausländische Zwangsprostiutierte ein Bleiberecht in Deutschland bekommen. Auch dem Verbot von Flatrate-Sex kann ich etwas abgewinnen.

Reform oder Verbot? Und was ist tatsächlich effektiver, um Frauen zu schützen?

Zur Novelle des Gesetzes habe ich für das ARD-Nachtmagazin einen Beitrag gemacht: http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video1350520.html

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