Frau G-Punkt

Frau G. war nie eine Augenweide: borstige, straßenköterblonde Haare, glasige Augen, ausdruckslose Gesichtszüge.

Frau G. bestach nie durch herausragende Intelligenz, war eher einfältig, naiv und nichtssagend. Frau G. hatte nie eine Liebhaber, Verlobten oder Ehemann. Frau G. wurde nie in Gesellschaft anderer Leute gesehen, saß immer allein zu Hause.

Jedenfalls wurde Frau G. immer von ihren Kolleginnen so gesehen. Bis Frau G. eines Morgens mit sichtbarem Bäuchlein ins Büro kam. Jemand hatte Frau G. wohl zu wörtlich genommen.

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Epilog

Bei dieser kleinen Geschichte handelt es sich um eine Minutennovelle – eine Darstellung des Banalen, das ins Absurde führt (mehr zu dieser vom ungarischen Schriftsteller Örkény begründeten Gattung hier).  Der Text entstand vor einiger Zeit mit Inga (those where the days, oder im Sinne unserer Englischlehrerin ‚Ihr seid die kleinste, aber die lauteste Gruppe‘ 🙂 ).

Gewidmet R., der immer wieder ernsthaftes Interesse an meinen dilettantischen literarischen Versuchen bekundet ;), und all jenen, die mir schreiben, sagen, sich denken: Noch immer nichts Neues in deinem, ihrem Blog.