100 Jahre Internationaler Frauentag

Zum 100. Mal wird am 8. März 2010 der Internationale Frauentag gefeiert. Ins Leben gerufen hat ihn die deutsche Frauenrechtlerin und Politikerin Clara Zetkin, die während einer Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen einen solchen Tag beantragte. Alljährlich sollte nun auf die Ungleichbehandlung von Frau und Mann aufmerksam gemacht werden.

Zu den Forderungen gehörten gleiches Gehalt für gleiche Arbeit, die Einführung eines Mindestlohns sowie ausreichender Mutterschutz. Während diese Forderungen partiell bis zum heutigen Tage auf ihre Verwirklichung warten, ist eines der ursprünglichen Ansinnen umgesetzt: In sehr vielen Ländern haben Frauen mittlerweile das Recht an Wahlen teilzunehmen. Durften deutsche Frauen erstmals 1919 wählen, war dies Schweizerinnen bis Anfang der 1970er Jahre nicht erlaubt.

Die Wurzeln des Internationalen Frauentages reichen zurück ins 19. Jahrhundert. Damals lehnten sich die Textilarbeiterinnen in Russland und den USA gegen die unzumutbaren Wohn- und Lebensbedingungen auf und traten in Streik – bis die Unternehmer schließlich auf die Forderungen nach höheren Löhnen eingingen.

Obgleich er von einer deutschen Politikerin angeregt wurde, hat der Internationale Frauentag hierzulande kaum Tradition. Gefeiert wird vor allem in (ehemals) kommunistischen Ländern. So haben die Frauen in der Volksrepublik China am Nachmittag arbeitsfrei und Russinnen werden mit Pralinen beschenkt. Indes wird in vielen deutschen Kalendern der Frauentag nicht einmal erwähnt…