Wissenschaftler: Giftkraut im Salat gefährlich

Bei SpOn gelesen, recheriert, mit dem Bonner Experten gesprochen – hier die Zusammenfassung des Gesprächs:

Nach dem Nachweis von Giftkraut in Rucola-Salat schlägt ein Bonner Wissenschaftler Alarm: Gelangt das Kraut in Salat- Packungen, ist dies für Verbraucher gesundheitlich gefährlich. Das Heimtückische: Rucola und das Gemeine Kreuzkraut sehen ähnlich aus. «Die Blätter gleichen sich, so dass Laien im Prinzip keinen Unterschied zwischen Rucola und der Giftpflanze erkennen können», warnte Helmut Wiedenfeld vom Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa am Mittwoch in Bonn. Beide Ackerpflanzen wachsen laut Wiedenfeld auf dem gleichen Boden und das Gemeine Kreuzkraut wird etwa auch so hoch wie die Rucola- Pflanze. «Das Gemeine Kreuzkraut ist quasi nicht auszumerzen, es sei denn man benutzt chemische Mittel», sagt der Wissenschaftler. «Aber bei Bio-Ware etwa geht das ja nicht.»

Wiedenfeld wies daraufhin, dass bereits vor mehr als zwei Jahren giftiges Kreuzkraut in einer abgepackten Salatmischung (Radicchio, Frisee- und Feldsalat) gefunden worden sei. «Damals warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nur vor der Gesundheitsgefährdung – ohne weitere Schritte einzuleiten», kritisierte der Wissenschaftler. «Seit zwei Jahren ist das auf die lange Bank geschoben worden. Es kann doch nicht sein, dass eine Bundesbehörde auf den Giftpflanzen-Fund nicht reagiert.» Von der Behörde erwarte er nun ein «konzentriertes Vorgehen». Das Problem dürfe auch nicht auf die Länder abgeschoben werden, betonte Wiedenfeld. «Schließlich wächst die giftige Pflanze in ganz Deutschland und macht nicht vor Bundesländergrenzen halt.» Die Behörden müssten nun auch sorgfältig kontrollieren, um sicherzustellen, dass keine weiteren giftigen Salatpackungen in den Handel kämen.

Auch in anderen Supermärkten seien vermutlich verdächtige Funde aufgetaucht, sagte Wiedenfeld. «Weitere Proben – darunter von einer großen Lebensmittelkettel sind mir schon zur Untersuchung angekündigt.» Deshalb müsse dringend überprüft werden, wie das Gemeine Kreuzkraut in die Rucola-Packung gekommen sei und ob sich das wiederholen könne. In einer 146 Gramm-Packung Rucola – die ihm zur Überprüfung aus Hannover zugeschickt und aus einem dortigen Supermarkt kommen soll – entdeckte Wiedenfeld nach eigenen Angaben 2608 Mikrogramm des Gifts Pyrrolozidinalkaloid. «Das ist eine erschreckende Dosis.» Dabei werde die vom Arzneimittelgesetz zulässige Tagesdosis um das 2600-fache überschritten. «Dass das gesundheitliches Risiko darstellt, ist offensichtlich. Der regelmäßige Verzehr über lange Zeit kann zu Leberkrebs führen.»

Gespräch: Vera Cornette, dpa

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3 Gedanken zu „Wissenschaftler: Giftkraut im Salat gefährlich

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