Zwischen Laptop und Wickeltisch

Eine echte Power-Frau...

Eine echte Power-Frau...

Der Mann geht zur Arbeit, die Frau führt den Haushalt – so war das zumindest früher einmal. Geschlechterrollen sind in den letzten drei Jahrzehnten durcheinander geraten: Traditionelle Muster sind zwar auf dem Rückzug, aber moderne haben sich bisher nicht durchgesetzt.

Die Mehrheit der Männer scheint in ihrer neuen Rolle noch nicht angekommen zu sein. Zwar ist die Zustimmung zu Modellen, in denen Mann und Frau sich gemeinsam um Kinder und Haushalt kümmern, gestiegen. Während die Gruppe der „modernen“ Männer kaum größer geworden ist, wuchs bei Männern mit traditionellen Wertvorstellungen die Akzeptanz anderer Modelle.

Zu diesem Ergebnis kommt die vom Bundesfamilienministerium geförderte Untersuchung „Männer in Bewegung – 10 Jahre Männerentwicklung in Deutschland“. Der Düsseldorfer Sozialwissenschaftler Rainer Volz und der Wiener Theologe Paul Zulehner haben die 400 Seiten starke Studie im Auftrag der Gemeinschaft der Katholischen Männer Deutschlands (GKMD) und der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erstellt.

Vier Typen Männer

Vier Männertypen identifiziert die Studie: Da gibt es auf der einen Seite den teiltraditionellen Mann, der sich vornehmlich über den Beruf definiert, sich als Ernährer sieht, Kinder und Haushalt der Frau überlässt und der Ansicht ist, dass zu Beginn einer Partnerschaft der Mann den ersten Schritt tun sollte. Auf der anderen Seite gibt es den modernen Mann, der dafür ist, dass sich Mann und Frau in gleichem Maße um Haushalt und Kinder kümmern sollten und sich wünscht, dass beim Haushaltseinkommen beide Partner beteiligt sind.

Dazwischen sind – laut Studie – der „balancierende“ Mann und der „suchende“ Mann angesiedelt. Während der balancierende Mann meist aus traditionellen und modernen Positionen aussucht, was in sein persönliches Lebenskonzept passt, kann der suchende Mann mit beiden Rollen nicht viel anfangen. Er hat sein Leitbild noch nicht gefunden, ist oft aufgeschlossen gegenüber gleich berechtigten Partnerschaftmodellen, aber unsicher mit Blick auf seine eigene Position in Beruf und Familie.

Der „suchende Mann“ ist der laut Studie der am stärksten ausgeprägte Männertyp: Knapp ein Drittel der Befragten (30 Prozent) ließen sich ihm zuordnen. Ihm folgt der teiltraditionelle Typ mit 27 Prozent, dann der „balancierende Mann“ mit 24 Prozent. Die Gruppe der „modernen Männer“ stellt mit 19 Prozent nicht nur die kleinste Gruppe dar. Sie ist auch im vergangenen Jahrzehnt kaum gewachsen, nur um zwei Prozentpunkte.

Auffällig ist, dass sich das Männerbild und das Frauenbild in höchst unterschiedlichem Tempo modernisieren. So hat sich laut Studie die Zahl der Frauen, die ein traditionelles Lebensmodell bevorzugen, in den vergangenen elf Jahren halbiert, während sie bei den Männern im gleichen Zeitraum nur um drei Prozentpunkte gesunken ist. 32 Prozent „modernen“ Frauen stehen nur 19 Prozent „moderne Männer gegenüber. Bei den ganz Jungen beträgt das Verhältnis 41 Prozent zu 13 Prozent. Unter den unter 19-jährigen Männer ist die Gruppe der „Suchenden“ am stärksten ausgeprägt, bei den unter 19-jährigen Frauen ist es das balancierende Modell. „Der starke Überhang an modernen Frauen wird dazu führen, dass sich entweder der Druck auf die Männer erhöht oder die Entwicklung der Frauen sich verlangsamt“, so das Fazit der Studie.

(Der ganze Artikel und der Link zur Studie)
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5 Gedanken zu „Zwischen Laptop und Wickeltisch

  1. Ein Teil ganz nach Veras Gusto! Auf jeden 😉

    Ich persönlich kann ja mit solchen Studien nicht viel anfangen, da fehlt mir die individuelle Blickrichtung und das multiperspektivische Denken. Kategorisieren lasse ich mich vor dem Hintergrund meines modernen Genderverständnisse auch eher weniger.

    Von daher fehlt mir der Zugang zu diesen wenig empirischen Generalisierungen. Sorry! 😉

  2. Na ja, was heißt generalisieren – ich denke, dass die Tendenzen schon pauschal zu beobachten sind. Wichtig auch das Fazit beziehungsweise die Konsequenzen für den Heiratsmarkt!!

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