«Let’s make money!»

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Es ist nur eine Frage der Zeit bis die Obamania nachlässt, das Hessen-Sujet ausdiskutiert ist und alle wieder auf Dax und Dow starren. Kurzum: Geld und Finanzkrise werden bald wieder die zentralen Themen sein.

Just zur richtigen Zeit kam da der Dokumentarfilm „Let’s make money“ des österreichischen Filmemachers Erwin Wagenhofer in die Kinos. Zu sehen gibt es alles, was die Gemüter derzeit umtreibt und erhitzt: renditegierige, skrupellose Investmentmanager, den Wirtschaftschefredaktor der NZZ, der von Flüchtlingen Eintritt ins „Clubhaus Europa“ fordern möchte und einen spanischen Kartografen, der eine ‚clevere’ Altervorsorge kennt – er rät in leer stehende Wohnungen an der Costa del Sol zu investieren.

Unbewohnte Wohnungen und leere Golfplätze

Millionen Häuser stehen zwar dort leer, aber seit gut zwanzig Jahren wird gebaut wie im Rausch. Nach Auskunft des Kartografen dienen die unbewohnten Wohnungen als Wertanlage und Anleger können mit einem Profit von gut 20 Prozent rechnen. Deshalb wird auch der letzte freie Platz zu betoniert und nach Möglichkeit in unmittelbarer Nähe der Geistersiedlungen ein Golfplatz angelegt. Dass der Sport dort weder sonderlich populär ist, noch mangels Menschen gespielt werden kann, scheint großzügig übersehen zu werden. Golfplätze bedeuten Wertsteigerung, und da ist es nebensächlich, dass die Wasserversorgung der tatsächlichen, nicht nur hypothetischen, Bewohner im Landesinneren schon mal knapp wird…

3 zu 97 für Afrika

Kein schlechtes Geschäft macht eine amerikanische Aktiengesellschaft, die in Ghana nach Gold schürfen lässt. Drei Prozent des Wertes kommen dem westafrikanischen Land zugute, allerdings muss damit noch der Kredit von der Weltbank für die Erschließung der Vorkommen abbezahlt werden. Das in Ghana gewonnene Gold wird direkt in die Schweiz gebracht, dort findet eine Wertschöpfung durch Veredelung statt. 97 Prozent des Gewinns für den Westen, drei Prozent für Afrika. Wagenhofer nennt das „sanktionierten Goldraub“. 97 zu drei Prozent ist die Ungleichung für ein perfides, in vielen Bereichen aus den Fugen geratenes Wirtschaftssystem.

„Let’s make money“ ist eine Gewinnwarnung an die Gesellschaft – denn 25 Prozent Rendite zeugen nicht von Menschlichkeit und fairer Wirtschaft, sondern von Dekadenz, Gier und Entgrenzung. Bleibt zu hoffen, dass Obamas angekündigter ‚Change’ vor Wirtschafts- und Finanzsystem keinen Halt macht!

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3 Gedanken zu „«Let’s make money!»

  1. „Dekadenz, Gier und Entgrenzung“ …
    Eine Gewinnwarnung? Nein: Ein Spiegel.
    „Unser Krieg ist ein spiritueller.“ T. D.
    Obama ist wie McCain, Merkel, Kohl,
    Köhler oder Bush nur ein Instrument!

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