Zu viel Vino, zu wenig Schlaf!

Drei Tage Seminar mit BR-Moderator Stefan Scheider, drei Tage Zeit, eine Sendung auf die Beine zu stellen (15 Minuten live im Web). Als Teaser, also zum Appetit machen und um ordentlich Interesse zu erzeugen, habe ich verschiedene Social Media Aktionen im Vorfeld angestoßen.

Unter anderem dieses wahnsinnig hilfreiche Video mit Profi-Tipps von Visagistin Gabi 😉

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Quelle-Gelände in Nürnberg: Umwidmung versus Abriss

Nürnberg, eine alte, stolze Reichsstadt – eines der bedeutendsten kulturellen Zentren der Renaissance, unrühmliche Rolle während Nazi-Deutschland, nach dem Zweiten Weltkrieg eines der Symbole für den deutschen Wiederaufbau. Und nun? Ein Riesengeschacher um einen kulturhistorischen Ort: das Gelände des Logistikkonzerns Quelle. Es ist das nach Berlin-Tempelhof zweitgrößte leerstehende Gebäude Deutschlands. Nur weiß niemand so richtig, was aus dem Ensemble werden soll.

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Zum ersten Mal mit einem Oktokopter, also einem Hubschrauber mit Kamera gedreht. Tolle Mega-Totalen vom Gebäude!

Für das BR-Kulturmagazin Capriccio habe ich die Diskussion um den – denkmalgeschützten – Bau dargestellt, die architektonischen Besonderheiten erklärt. Nach einer intensiven Recherche, Ortsbegehungen und unzähligen Gesprächen mit Bürgern, Politikern, Insolvenzverwaltern, Architekten, Feuerwehrleuten, dem Facility Manager… steht (für mich) fest: Die Quelle soll, kann, muss bleiben.

Die Quelle, sprich das Logistikzentrum in Nürnberg, 38 Fußballfelder oder 250.000 Quadratmeter groß, ist die Kathedrale der Konsumkultur. Das hier, das war die BRD. Der Quelle-Katalog war die Konsum-Bibel, Gustav Schickedanz ein Wunscherfüller in Ost und West. Ob für elektrische Zahnbürsten, Staubsauger, Gartenzäune oder Strampelanzüge. Quasi ein historisches Amazaon (warum die Quelle pleite ging).

2009 war Schluss, Insolvenz, Stillstand – hier, wo früher 100.000 Pakete verschickt, wo Milliarden an Umsatz erwirtschaftet wurden. Nach der Unternehmenspleite wurde alles verscherbelt: Telefone, Schreibtische und -stühle, Computer. In den 180 Meter langen Hallen hängen nur noch Uhren im Bahnhofsstil und die Beleuchtung. Das Gebäude mit den lederfarbenen Klinkern baute ab den 1950er Jahren Ernst Neufert. Er ist einer der einflussreichsten Industriearchitekten des 20. Jahrhunderts und hat die perfekte Hülle für das einst modernste Versandhaus der Welt geschaffen. Ein architektonisches Meisterwerk, gestalterisch wertvoll.
Und jetzt: Abriss! Markus Söder, bayerischer Finanz- und Heimatminister, gefällt das „Mausoleum“, wie er den Bau nennt, nicht. Umwidmung? Weiternutzung? Dazu fehlt ihm entweder Wille, Phanatsie – oder beides.

BildDas Fluggerät kann über 200 Meter hochsteigen.

„Bei Kirchen sind wir uns ja hoffentlich auch einig, dass die erhalten bleiben. Und dieses Quelle-Gebäude ist so besonders, dass vielleicht in 500 Jahren Leute aus aller Welt kommen, um die Quelle zu besichtigen“, meint Angelika Nollert, Leiterin des Neuen Museums in Nürnberg. Dort wird noch bis Ende Januar Ernst Neufert und sein Schaffen in einer Ausstellung gefeiert (Neues Museum Nürnberg).

Was also anstellen mit der Quelle? Universitätseinrichtungen? Einkaufszentrum? Wohnungen? Ansätze, Reflexionen, Meinungen – am 9. Januar, im Bayerischen Fernsehen – 22 Uhr (und auch in der Mediathek).

„Prostitution? Kann man nicht abschaffen“

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Dieser Satz stammt von Felicitas Schirrow, die in Berlin das Café Pssst betreibt. Genau wie das Café kein gewöhnlicher Laden für Koffein-Spezialitäten mit ‚Flavours‘ ist, so ist auch die Betreiberin keine Barista. Im Vordergrund geht es um die Wahre Frau – für 150 Euro plus Mehrwertsteuer kann Mann für eine Stunde mit einer Dame auf ein Zimmer. Im Hinterhaus liegt die Wohnung mit den fünf Schlafzimmern, in denen es mehr oder weniger romantisch eingerichtet zur Sache geht.

Foto 2Ginge es nach Alice Schwarzer, wäre in diesen Zimmern bald gar nichts mehr los. In der aktuellen Emma und in ihrem Buch ‚Prostitution. Ein Deutscher Skandal‘ fordert sie gemeinsam mit 99 Prominenten die Abschaffung der Prostitution. Die Damen aus dem Café Pssst können da nur müde lächeln. Abschaffen könne man das nicht, sagt die eine. „Hat es immer schon gegeben“, meint die andere.

Können – wollen – müssen – es ist ein Gewirr aus Fakten und Moral. Fakt zum Beispiel ist, dass Deutschland mit dem von Rotgrün auf den Weg gebrachten Prostitutionsgesetz nun eines der liberalsten Regelwerke in Sachen Prostitution in Europa hat. Doch zu einer Zunahme von Zwangsprostitution – oder besser: aufgedeckten Fällen – zeichnet sich nicht ab: So verweist die Bundeszentrale für Politische Bildung darauf, dass die Opferzahlen laut Bundeskriminalamt seit 2001 gesunken sind – von damals 987 Menschen auf 482 im Jahr 2011.

Natürlich sind das 482 zu viel – und es ist in meinen Augen gut und richtig, das Prostitutionsgesetz dahingehend zu reformieren, dass ausländische Zwangsprostiutierte ein Bleiberecht in Deutschland bekommen. Auch dem Verbot von Flatrate-Sex kann ich etwas abgewinnen.

Reform oder Verbot? Und was ist tatsächlich effektiver, um Frauen zu schützen?

Zur Novelle des Gesetzes habe ich für das ARD-Nachtmagazin einen Beitrag gemacht: http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video1350520.html

Konkurrenz durch Walmart-Journalismus

Der deutsche Ableger der US-amerikanischen Online-Zeitung Huffington Post ist online – mit einem äußerst fragwürdigen Entlohnungs-Modell.

„Was ist eigentlich das Tolle an dieser Seite?“, fragt mich eine Freundin. Eine berechtige Frage, denn klickt man auf www.huffingtonpost.de sieht man vor allem eines: Große, bunte Lettern und ein Foto von Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Chef Sigmar Gabriel. Garniert mit einem überdimensionalen Fragezeichen in rot, selbstverständlich: Das schafft Aufmerksamkeit, und genau darum geht es dem heute gestarteten Ableger der US-Internetzeitung „Huffington Post“. Als „unattraktivster und am wenigsten heimelige Ort“ bezeichnet Blogger Stefan Niggemeier die Startseite.

Start Huffington Post Deutschland

Arianna Huffington beim Start der HuffPo Deutschland am 10. Oktober in München

„Der Walmart des deutschen Journalismus ist an den Start gegangen“, lästert der Chef des Spiegel-Büros in Paris, Mathieu von Rohr, via Twitter. Die Häme für das Design – das wirklich „90er“ ist – ist das eine, der andere, in meinen Augen wichtigere Punkt, betrifft das Huffington-Modell: Was einst damit begann, dass die Journalistin Arianna Huffington ihre Freunde gewann, kostenlos für ihre „Post“ zu schreiben, geht in Deutschland nun weiter: Einer der ersten Blogger der „HuffPo“ ist Boris Becker.

Nix als Nonsense?

Ob sich mit der Wahl dieser Personalie die Internetseite nicht ohnehin als Windmaschine outet, ist eine andere Diskussion. Unbedingt zur Diskussion sollte die „institutionalisierte Selbstausbeutung“, wie Hans-Jürgen Jakobs im Handelsblatt schreibt, stehen: Reportagen, Berichte und Essays erfordern zumeist Recherche, Denk- und Schreibaufwand. Doch hier liefern die Autoren zum Nulltarif – entlohnt wird der Aufwand mit Reichweite. Droht Journalismus dann zu einem Hobby für Leute zu werden, die es sich leisten können, unbezahlt zu schreiben?

Richard Gutjahr, BR-Mitarbeiter und Internetexperte, bloggt zum Start der „HuffPo“ Deutschland: „Es mag radikal anmuten, für mau zu arbeiten.“ Allerdings betont er, dass gerade junge Journalisten viel von der „HuffPo“ lernen könnten – beispielsweise wie Geschäftsmodelle im Netz funktionieren Doch: „Über kurz oder lang sollte das doch das eigentliche Ziel sein, seine eigene, kleine „[Dein Name hier] Post“ zu gründen“, schreibt Gutjahr.

Leben von und mit Journalismus

Richard Gutjahr und Stefan Niggemeier, um zwei Journalisten zu nennen, die gern als Internet-self-made-man beschrieben werden, haben gut reden. Das denke ich, wenn ich ihre Blogs oder Interviews lese. Nicht vergessen sollte man bei ihnen, dass sich die beiden erst Mal in den ‚alten‘ Medien (Gutjahr beim BR, Niggemeier bei der FAZ) einen Namen gemacht haben. Und während sie ihre Blogs angeschoben haben, also kein Geld damit verdient haben, hatten sie andere Jobs, die ihnen eben genau das ermöglicht haben.

Für mich ist Journalismus kein Ehrenamt, sondern ein Beruf. Ich versuche gut zu arbeiten und dafür möchte ich – wie im Übrigen jeder Elektriker, jede Ingenieurin – bezahlt werden. Egal, ob ich für Online, Radio, Fernsehen oder eine Zeitung arbeite.

Lost in Tuscany

Die ersten Brocken Hebräisch habe ich zu lernen begonnen, im März den Flug gebucht: Frei im September, Tel Aviv, here I come. Dann kamen einige Tage vor meinem Abflug Bilder aus Tel Aviv – dort wurden Gasmasken verteilt, Reservisten und die Luftabwehr mobilisiert. Langes Hin- und Her, lange Diskussionen, Zähne knirschen. Und Israel verschoben.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAImmer wieder verschoben und noch nie da gewesen, das passt auch zu Florenz, wo meine großartige Freundin Betül an ihrem PhD arbeitet. Ausgemalt hatte ich mir ein paar tiefenentspannte Tage, aber gleich Tag 1 – Wandern in der Toskana – wurde zu einer ‚fatica‘, einer Strapaze:

– Fahrradschlüssel nicht gefunden, mit dem Bus zum Bahnhof gehetzt- ungläubig schauten wir dem sich von uns wegbewegenden Zug hinterher
– nächster Zug, Ausstieg verpasst. Irgendwo eingestiegen, in irgendeinen Bus. Wieder ausgestiegen
– zurück zur Haltestelle, mit einer Art Schulbus, der über die Straße hüpfte, zum vermeintlichen Ausgangsort
– den ominösen Florenz-Rundweg kaum gefundenOLYMPUS DIGITAL CAMERA
– auf mürrische Männer mit Armbrüsten gestoßen… „Es sind noch 3 Stunden bis zu eurem Ziel!“ – Und da war es just halb sechs
– weitergewandert, in ein zugewachsenes, trockenes Flussbett gelangt. Fortbewegung auf allen Vieren
– ich entdeckte Wildschwein-Spuren, schnappte mir einen Stein (Betül merkte nichts, es wurde dunkler)
– nach einer dreiviertel Stunde Kletterei und Unsicherheit, der Entschluss umzukehren, querfeldein zum Weg zurück
– Brombeerranken hinterlassen ihre Spuren, jetzt war’s dunkel, wir auf dem Weg und kein Handynetz…
– eine Straße entdeckt, eine Rennradlerin gefragt, wo es in den nächsten Ort geht – „Dort lang, sind aber 7km!“
– der nächste Mensch, der uns entgegen kommt, sagt gar ’17km‘ (dass er auf so Inlineskate-Roller-ähnlichen Schienen und Stöcken den Berg hoch fuhr, sollte mich an dieser Stelle nicht stören)
– immer noch kein Handynetz, keine Chance auf ein Taxi, dafür jede Menge Hunger

Strategiewechsel: Trampen, satt Wandern. Und wir haben Glück, gleich das zweite Auto, ein schwarzer Geländewagen, hält. Die Frau hört sich unsere Geschichte an und sagt schließlich „You know, hiking is really dangerous in this area“ – da konnten wir nur zustimmen – zugewucherte, unpassierbare Wege… Aber das meinte sie gar nicht: „Here’s a pride of 15 wolves and boars“OLYMPUS DIGITAL CAMERA. Wölfe und Wildschweine, Glückwunsch.

Liebe Betül, der Stein war nicht gerade die sicherste, beste Idee. Auf einen Baum klettern schon eher… Bei der Recherche fand ich auch: http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/konz/aktuell/Heute-in-der-Konzer-Zeitung-Wanderer-wird-von-Wildschwein-verletzt;

Darauf erst mal einen Limoncello 😉

Zu Besuch im Elefantenkäfig

Die Fernmeldestelle Süd der Bundeswehr ist nicht zu übersehen. Doch was genau dort vor sich geht, weiß niemand so recht. In Zeiten des Abhörskandals wollte ich mir selbst ein Bild vor Ort machen.

Für die Bayern 2 – Sendung NOTIZBUCH habe ich diese Reportage gemacht, die unter folgendem Link abrufbar ist.

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„Du warst wo?“, meine Oma schaut mich mit großen, fragenden Augen an. Jaja, mit dem Fahrrad bin ich einfach beim Schichtwechsel auf das Gelände der Abhöranlage Gablingen gefahren. Fernmeldestelle Süd der Bundeswehr, so heißt es offiziell. Elefantenkäfig wird das Antennen-Gerüst im Volksmund genannt. Zwischen Gersthofen und Gablingen liegt das 123 Hektar große Areal, umgeben von einem dichten Zaun. Die Zufahrt wird von einem Stahltor versperrt. „Betreten-verboten-Schilder“ prangen davor.

Betreten verboten

Hier fährt normalerweise niemand rein, der das nicht darf. Das weiß auch meine Oma, deshalb war sie auch so irritiert. Ich hab es trotzdem gemacht, beim Schichtwechsel. Wirklich weit bin ich nicht gekommen, nach wenigen Metern radelte mir ein Mitarbeiter in Zivil entgegen: „Was wollen Sie denn hier?“. Mich umschauen, sagte ich. Ob ich keine Schildern lesen könne, fragte er. Polizei rufen oder rausfahren bot er mir als Optionen an. Ich wählte letztere und begab mich außerhalb des Zauns auf Spurensuche.

Andere Quellen angezapft

In Gablingen sprach ich mit dem Alt-Bürgermeister Kaiser, redete mit Anwohnern und fand via Facebook eine Augenzeugin. Einblicke in die Arbeit der Nachrichtendienste gab mir auch der Weilheimer Publizist Erich Schmidt-Eenboom. Und im nächsten Jahr versuche ich mich aufs Sommerfest der Schlapphüte zu schleichen. Challenge accepted!

Deutsche Banken kündigen Konten iranischer Studenten

Wer finanziert das iranische Atomprogramm? Deutsche Banken verdächtigen iranische Gaststudenten und kündigen vorsichtshalber ihre Konten.

Seine EC-Karte sollte er nie wiedersehen. Eigentlich wollte Informatik-Student Armin Hadavand in einer Münchner Commerzbank-Filiale nur 40 Euro abheben. Doch der Automat behielt seine Karte. „Ich war geschockt und konnte mir das nicht erklären“, sagt der 25-Jährige. Am nächsten Tag bekam Armin Hadavand einen Brief, in dem die Bank ihm mitteilte, sie werde sein Konto schließen. Ohne Begründung.

Dass die Kündigung etwas mit seinem Herkunftsland Iran zu tun haben könnte, darauf kam Hadavand erst, als er mit iranischen Kommilitonen darüber sprach. Sie hatten ähnliche Briefe erhalten – auch von anderen Geldinstituten wie der Deutschen Bank und der HypoVereinsbank. Und sie sind nicht die einzigen. Mehr als 2.000 vergleichbare Fälle bundesweit kennt Lutz Bucklitsch vom Verein für Flüchtlingshilfe Iran. „Mittlerweile ist das kein rein deutsches Problem mehr, auch in Österreich und Tschechien gab es solche Kontokündigungen“, sagt Bucklitsch.

Hadavand und andere iranischstämmige Studenten schrieben einen Brief an die Banken: Die Konten seien ohne Auffälligkeiten oder Unregelmäßigkeiten geführt worden – warum die Kündigung? Erklärungen bekamen sie nicht; die meisten Geldinstitute führten „geschäftspolitische Gründe“ an. Lediglich die HypoVereinsbank berief sich auf die Resolution 1929 des UN-Sicherheitsrates, die wegen des iranischen Atomprogramms die meisten Geldgeschäfte mit dem Land verbietet.

Warum die Studenten verdächtigt werden

Solche „Geldgeschäfte“ mit dem Iran führen Hadavand und seine Kommilitonen regelmäßig durch: Viele werden von ihren Familien finanziell unterstützt. „Ich finde es ungerecht, wie sich die Banken den iranischen Studenten gegenüber verhalten. Ich finanziere mit meinem Geld doch kein Atomprogramm“, sagt Hadavand.

Ähnlich dachten wohl auch die Verfasser der Resolution des Sicherheitsrates. Geldströme von Einzelpersonen müssen Banken demnach nur überwachen, wenn ein konkreter Verdacht auf Geldwäsche besteht, oder es sich um Geld handeln könnte, das zur Finanzierung des iranischen Atomprogramms verwendet wird. Zudem gilt die Resolution bereits seit mehr als drei Jahren. Bislang hatte die Bank offenkundig keine Bedenken gegen das Konto von Armin Hadavand. Warum jetzt?

Der deutsch-iranische Grünen-Abgeordnete Omid Nouripour vermutet, dass die deutschen Banken Angst vor Millionenstrafen der amerikanischen Finanzbehörde haben. Die deutschen Banken sicherten sich in vorauseilendem Gehorsam ab, indem sie Geldgeschäfte mit Iranern gar nicht erst eingingen.

Auch Bucklitsch von der Flüchtlingshilfe glaubt, dass die deutschen Banken nicht ihre Geschäftsbeziehungen mit den amerikanischen Geschäftspartnern gefährden wollen. Bestätigt wird das von den Geldhäusern nicht. Die Commerzbank zum Beispiel schreibt auf Nachfrage von ZEIT ONLINE: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns grundsätzlich nicht zu Kundenbeziehungen äußern.“

Die Rechtslage begründet das Vorgehen der Banken nicht. Im Juni 2012 urteilte das Oberlandesgericht in Hamburg, dass Banken ein Konto nicht einmal dann kündigen müssen, wenn die Inhaberfirma im Anhang der Iran-Embargo-Verordnung gelistet ist. Banken seien nur verpflichtet zu prüfen, welche Geldtransfers in den Iran erfolgen. Für Privatpersonen müsse die Unschuldsvermutung gelten.

Siehe auch: http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2013-05/konto-iran-studenten-atomprogramm