Der Amoklauf in der schwäbischen Provinz heute Morgen bestürzte Bevölkerung und Bundesregierung gleichermaßen. Wie wahrscheinlich überall im Land verfolgten auch Regierungssprecher und Mitarbeiter des Presse- und Informationsamt die Entwicklungen in Winnenden.
Im Minutentakt trafen ab etwa 11 Uhr über den Nachrichtenticker die Meldungen von DPA, DDP, Reuters et al. ein. Zum Teil widersprüchlich, zum Teil übereinstimmend. Furchtbar war es mitzuverfolgen, wie die Opferzahlen anstiegen. Ein paar Tickermeldungen später waren es nicht mehr 9, sondern 11, dann 16 getötete Menschen. Der volle Umfang der grausamen Tat wurde erst nach und nach offensichtlich. Aber begreifbar wahrscheinlich nie.
Die – wie gewöhnlich – stattfindende Regierungspressekonferenz um 13.30 Uhr empfand ich fast schon enttäuschend. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm wusste auch nicht mehr als ich, und alle anderen Journalisten im Raum, die die Agenturmeldungen verfolgten.
Auch Twitter bot einen ‚Live-Ticker 2.0’: die großen Nachrichtenportale berichteten eifrig, Focus Online ließ beispielsweise einen Reporter seine Erlebnisse zum Tatort schildern: „Mehrere Einsatzwagen schießen an Focus-Online-Reportern vorbei. Amokläufer in Wendlingen getötet. Drehen ab nach Wendlingen!“
Bundesfamilienministerin von der Leyen äußerste sich zu dem Amoklauf bereits vor der Regierungspressekonferenz im Anschluss an ihre PK am späten Vormittag: „Das lässt einen sprachlos in dem Augenblick“. Niemand konnte etwas tun, man verfolgte nur – ein Schleier der Ohnmacht zog durchs Regierungsviertel.
Verfasst von veracor 
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