Synkopisch

März 11, 2009

Der Amoklauf in der schwäbischen Provinz heute Morgen bestürzte Bevölkerung und Bundesregierung gleichermaßen. Wie wahrscheinlich überall im Land verfolgten auch Regierungssprecher und Mitarbeiter des Presse- und Informationsamt die Entwicklungen in Winnenden.

Im Minutentakt trafen ab etwa 11 Uhr über den Nachrichtenticker die Meldungen von DPA, DDP, Reuters et al. ein. Zum Teil widersprüchlich, zum Teil übereinstimmend. Furchtbar war es mitzuverfolgen, wie die Opferzahlen anstiegen. Ein paar Tickermeldungen später waren es nicht mehr 9, sondern 11, dann 16 getötete Menschen. Der volle Umfang der grausamen Tat wurde erst nach und nach offensichtlich. Aber begreifbar wahrscheinlich nie.

Die – wie gewöhnlich – stattfindende Regierungspressekonferenz um 13.30 Uhr empfand ich fast schon enttäuschend. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm wusste auch nicht mehr als ich, und alle anderen Journalisten im Raum, die die Agenturmeldungen verfolgten.

Auch Twitter bot einen ‚Live-Ticker 2.0’: die großen Nachrichtenportale berichteten eifrig, Focus Online ließ beispielsweise einen Reporter seine Erlebnisse zum Tatort schildern: „Mehrere Einsatzwagen schießen an Focus-Online-Reportern vorbei. Amokläufer in Wendlingen getötet. Drehen ab nach Wendlingen!“

Bundesfamilienministerin von der Leyen äußerste sich zu dem Amoklauf bereits vor der Regierungspressekonferenz im Anschluss an ihre PK am späten Vormittag: „Das lässt einen sprachlos in dem Augenblick“. Niemand konnte etwas tun, man verfolgte nur – ein Schleier der Ohnmacht zog durchs Regierungsviertel.


Hallo Berlin, Hamburg, Bad Münstereifel…

März 1, 2009

...ein Laden für Felicitas

...ein Laden für Felicitas

heißt es bis Anfang April – so spannend und vielfältig wie die (beiden Groß-) Städte sind, werden hoffentlich auch die Einblicke während des Praktikums im Bundespresseamt, im Referat für Frauen, Familien & Co sowie an der Seite des stellvertretenden Regierungssprecher Thomas Steg.

Morgen früh geht’s los; seit gestern Abend bin ich in der Hauptstadt, habe schon ein wenig das Viertel, in dem sich meine Wohnung befindet, inspiziert. Ich habe einen guten Blick auf den Fernsehturm am Ahlex (für Westdeutsche) respektive Allex (für Ostdeutsche), vor dem Haus tun sich Kinderspielplatz und kahle Bäume auf, Bars, Cafés, kleine Clubs lassen auf ein vitales Nachtleben schließen (sicherlich demnächst mehr davon;),  First- & Second-Läden in einigen Häusern, der pittoreske Hackesche Markt liegt nur ein paar Minuten Fußweg entfernt…

In der so genannten Spandauer Vorstadt des Berliner Ortsteils Mitte fühle ich mich schon sehr wohl – gleich am ersten Abend habe ich ungefragt einen Restaurant-Tipp bekommen; vermutlich sah ich mit meinen zwei riesigen Koffern und der Umhängetasche ein wenig hilfsbedürftig aus – „Der Vietnamese an Ecke ist wirklich gut, auch nüch so teuer,  für die Studenten und so“, gab mir eine ältere Dame beim Überqueren der Straße mit auf den Weg.  Und weil ich mich heute Morgen zum Joggen an die Spree ohne Stadtplan in der Hand getraut habe, bin ich gleich von einer Gruppe ratloser Italienerinnen angesprochen worden – zum Weg zeigen.

Muss ja keiner wissen, dass ich einen kleinen Stadtplan für alle Fälle in der Tasche dabei habe ;)


Schafskälte & Narrenherz

Februar 22, 2009

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Bilder vom buten Treiben – Karneval in Würselen

«Wann kommt denn jetzt endlich der Zug?», möchte der siebenjährige Jens wissen und schaut seine Eltern fragend an. Es ist nur etwas über null Grad, Regen tropft beständig vom Himmel, und trotz des dicken Pelzes – Jens geht dieses Jahr als Bär zum Zugweg – friert er ein bisschen.

Die Morsbacher Straße füllt sich langsam mit Verkleideten, vom ausgefallenen Erdbeerkostüm bis zur klassischen Clowns-Maskerade ist alles dabei. Auch ein Hund wurde von seinen Besitzern verkleidet. Er soll nun unverkennbar eine Biene sein, läuft mit schwarz-gelben Umhang und einem Haarreif auf den Ohren herum.

Als die ersten Wagen zu sehen und die Karnevalsschlager zu hören sind, sagt Petra Dahmen zu ihren Töchtern Nina und Anna mit Blick auf den nassen Boden: «Ihr müsst das Süße auffangen. Wenn ihr auf der Straße sammelt, ist das schon aufgeweicht.» Diesen Rat versuchen sie zu beherzigen, während die als Hexe und Prinzessin verkleideten Mädels aus vollen Hälsen den Fußgruppen und Wagen «Alaaf» entgegen brüllen. Doch so viel wie die als Kaninchen verkleideten Züchter, die Matrosen vom Oppen-Haaler Jungenspiel, die Karnevalsgesellschaft «Au Ülle» und die vielen weiteren Zugteilnehmer an Gummibärchen, Bonbons und Schokolade werfen, können die beiden kaum fangen.

Insgesamt ziehen 52 Gruppen durch die von gut gelaunt feiernden Karnevalisten gesäumten Straßen. Neben den traditionellen Wagen von Prinzengarde, Burggrafen und Erstem Würselener Karnevalsverein gibt es auch einige besonders fantasievolle Beiträge. Wie der des Morsbacher Kindergartens, der als Schafherde vertreten war. Irgendwie passend, bei dieser Schafskälte.


Klar kann ich Kanzler!

Februar 16, 2009

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Ab heute beginnt die Bewerbungsphase für eine neue Casting-Show des Zweiten Deutschen Fernsehens. Gesucht werden weder Sänger, Tänzer oder Models, sondern – und das macht die Sache für mich interessant und beobachtenswert – Nachwuchspolitiker zwischen 18 und 35 Jahre. Die Bewerbung besteht aus drei Teilen: einem Fragebogen, einem Konzept mit einer „Idee für Deutschland“ und eine Art Lobhudelei auf den Bewerber, verfasst von einem Paten – der Bürgermeister, Lehrer, Professor … sein kann. Im Portefeuille dürfen sich des Weiteren Fotos und Videos befinden, die deutlich machen, warum gerade er oder sie „Kanzler kann“. Eine dreiköpfige Jury trifft dann eine Vorauswahl und die – nach welchen Kriterien auch immer – qualifiziertesten Bewerber treten im Finale, das der Sender im Sommer zeigt.

Dem Gewinner der Polit-Casting-Show winkt ein Kanzlermonatslohn (meine Recherche ohne Anspruch auf Genauigkeit ergab, dass es rund 18.000€ sein dürften) und ein Praktikum im „Zentrum der Macht“ (das gilt es noch zu spezifizieren, denn wenn das Zentrum der Macht beispielsweise das BPA ist, so berichte ich demnächst live dorther…).

Die Kanzler-Such-Sendung ist übrigens eine Adaption der kanadischen Sendung „The next great Prime-Minister“, die 2007 ausgestrahlt wurde. Im Original-Format erklärten die Kandidaten zunächst, was sie in ihrem Land verbessern möchten. Die Finalisten traten dann zu einer Live-Debatte gegeneinander an, in der sie – ähnlich wie in den TV-Duellen vor der Bundestagswahl oder in den USA bei Präsidentschaftswahlen – zu verschiedenen Themen Stellung nehmen mussten und dabei vom Publikum beurteilt wurden.

Wie genau das deutsche Konzept aussehen soll, ist bisher nicht bekannt, auch wer die Sendung moderieren darf, ist ungewiss: Vielleicht Markus Kavka?

Bei aller Euphorie sollte man nicht vergessen, dass die Sendung eine Talentsuche ist und kein Eingriff in den politischen Prozess geschieht – im besten Fall aber in den politischen Diskurs. Es kann also nicht darum gehen, einen neuen Obama zu kreieren, der dann ab nächsten Montag ins Kanzleramt zieht.

PS. Freunde, nein ich werde mich nicht bewerben (aber danke, für eure Zusprüche à la „Wir werden dich wählen“ et al. *grins*)


Leid & Freud

Januar 30, 2009

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Wiederholungszwang – mit diesem Begriff hat Sigmund Freud einst die erstaunliche Tatsache benannt, dass wir Menschen dazu neigen, uns immer wieder Situationen zu schaffen, die uns besonders vertraut sind. Wir machen das mit großem Fleiß – selbst dann, wenn diese Situation destruktiven Charakter haben. Das erklärt, warum beispielsweise das Kind alkoholabhänginger Eltern später gern mit einem Partner zusammen lebt, der ebenfalls säuft. Getragen von der stillen Hoffnung, die Geschichte möge dieses Mal einen guten Verlauf nehmen. Solche neurotischen Wiederholungszwänge lassen sich jedoch nicht nur gut in Beziehungen beobachten, sondern gegenwärtig republikweit: Nach dem die Menschen ausgiebig über die unverantwortlichen Zocker in Banken und Börsen geschimpft haben, zieht es sie wie die Lemminge in die Lottoannahmestellen – zum Zocken. Es locken rund 35 Millionen und die Hoffnung, dass die Geschichte dieses Mal gut ausgeht. Die Chancen allerdings stehen noch schlechter als in der Alkoholiker-Ehe. Die Wahrscheinlichkeit im Lotto nicht zu verlieren, sondern eben den ‘Pott’ zu knacken, liegen bei bescheidenen 40 Millionen. Das ist wohl das Geld sogar auf der Bank noch besser angelegt. Aber es wird ja ohnehin im Lotto das eigene Geld verzockt, meistens jedenfalls.

image2 Money won is twice as sweet as money earned!


Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Januar 1, 2009

In der Neujahrsnacht

Die Kirchturmglocke
schlägt zwölfmal Bumm.
Das alte Jahr ist wieder mal um.

Die Menschen können sich in den Gassen
vor lauter Übermut gar nicht mehr fassen.
Sie singen und springen umher wie die Flöhe
und werfen die Mützen in die Höhe.

Der Schornsteinfegergeselle Schwerzlich
küßt Konditor Krause recht herzlich.
Der alte Gendarm brummt heute sogar
ein freundliches: Prosit zum neuen Jahr.

Dem schließe ich mich an und wünsche allen Lesern & Kommentierenden einen schwungvollen Start ins neue Jahr!pacchetto-capodanno



Alle Jahre wieder…

Dezember 22, 2008

Oh friedliche, besinnliche Weihnachtszeit – Plätzchen backen, über den Weihnachtsmarkt schlendern, Geschenke kaufen… der romantische Höhepunkt, das Fest der Liebe zum Jahresausklang. Es soll, nein, es muss perfekt sein: kreative Geschenke, ein traumhaft geschmückter Tannenbaum, mehrgängiges Essen…

Gefahr lauert, so bald es heißt:  Familia ante portas! Dann treffen die eifersüchtigen Schwestern aufeinander, der ungeliebte Cousin, die schrullige Tante… klar, die netten Familienmitglieder kommen auch, aber die sind ja nicht für die Dissonanzen und bösen Bemerkungen – kurz für die Trübung der Harmonie – verantwortlich.

Harmonie, vielleicht sogar Haromiesucht, darum geht es an Weihnachten. Extrem hohe Erwartungen, die hektische, mühevolle Vorbereitungszeit kommen häufig am Heiligen Abend zu Tage: Es kracht an allen Ecken und Enden. Alle sind ‘im Stress’ – welche Geschenke, wo und wie soll das Fest gefeiert werden? Alles und alle, Kinder, Eltern, Geschwister…, müssen unter einen Hut gebracht werden und alle Erwartungen wollen als auch sollen erfüllt werden.

Nicht zu verachten, die Mammutaufgabe des Gastgebers, der die Wohnstube in ein ‘Winter-Wonderland’ zu verwandeln und ein opulentes Menü zu zaubern versucht. (Für alle ‘Betroffenen’ ein Tipp von der luxemburgischen Cuisinière Lea Linster, gehört bei ‘Zimmer frei’: „Ich verrate Ihnen, wie sie versalzenes Essen wiederhin bekommen!  … Sie kochen es einfach neu!“  :-)   )

Na mit so viel Humor geht es an Weihnachten ja meist nicht zu. Was hilft (mir) also?

Entschleunigung vor dem Feste – Sauna, Spaziergänge, ins Kino gehen – und während der Feierlichkeiten Freiräume für den kurzzeitigen Eskapismus schaffen. Man sollte sich zurückziehen dürfen – die ganze Familie muss nicht die ganze Zeit aufeinanderhocken.

Und wie schaut’s bei euch aus? Freut ihr euch auf friedliche Weihnachten, oder habt ihr schon Anflüge von Weihnachtsblues? Habt ihr ‘Exit-Strategien’ oder wäre das übetrieben?

In jedem Fall wünsche ich schöne Feiertag!

Winterlandschaft mit Kirche (1811) - Caspar David Friedrich

Winterlandschaft mit Kirche (1811) - Caspar David Friedrich


„Qualität wird sich durchsetzen!“

Dezember 7, 2008

Ein Interview mit Cathrin Kahlweit (Süddeutsche Zeitung) zum Thema ‚Zukunft der Zeitung’

Danke, Manuel fürs Bild(er) machen!

copyright by manuel krane (danke manuel,fürs bilder machen!)

Vera Cornette: Frau Kahlweit, sie scheinen keine besonders große Freundin des Fernsehens zu sein!

Cathrin Kahlweit: Doch, eigentlich schon.

V.C: Und wie ist ihre Rückkehr zur Süddeutschen Zeitung nach nicht mal einem halben Jahr als Redaktionsleiterin bei der Talksendung ‚Anne Will’ zu erklären?

C.K.: Offiziell hat mir das Schreiben gefehlt.

V.C.: Offiziell?

C.K.: Es gab auch persönlich Gründe, aber ich empfinde Schreiben als Selbstbestimmter. Ich kann mich entfalten und eigenständiger Arbeiten.

V.C.: Aber ist das klug, zu einer Zeitung zurückzuwechseln, wo doch der Zeitungsmarkt in einer Krise steckt?

C.K.: Sicherlich sind die Zeiten nicht gut für Print. In vielen Verlagshäusern, auch bei der Süddeutschen Zeitung sollen Millionen eingespart werden. Aber ich mache Zeitung aus Leidenschaft.

V.C.: Kostensenkung, weniger Auflage, ‚Online first’, das sind die Trends der letzten Jahre. Wie glauben Sie, wird sich das fortsetzen?

C.K.: Ich gehe erstmal nicht davon aus, dass alle ihre Nachrichten auf einem E-Book lesen wollen. Kleinere Zeitungen können verdrängt werden. Aber ich denke, große Qualitätszeitungen werden sich durchsetzen.

V.C.: Warum? Wegen des haptisches Erlebnisses beim Umblättern?

C.K. (lacht) Irgendwo ist das wahrscheinlich auch ein Aspekt, ja.

V.C.: Und warum sonst noch?

C.K. Derzeit findet man Qualitätsjournalismus in Zeitungen und im Rundfunk. Und dafür muss man bezahlen. Im Internet kann jeder Informationen anbieten, aber ob die fundiert recherchiert sind, ist eine andere Frage. Ich denke, es wird immer Menschen geben, die an vertrauenswürdigen Informationen interessiert sind.

V.C.: Angenommen auch die Qualitätszeitungen würden dem Zeitungssterben zum Opfer fallen, welche Auswirkungen hätte das für den Qualitätsjournalismus?

C.K.: Das kommt auf die Alternative an. Qualitätsjournalismus ist ja nicht unbedingt an gedruckte Zeitungen gekoppelt. Auch im Internet ließe sich guter Journalismus verbreiten. Aber dazu braucht man Geld und gut ausgebildete Journalisten mit Fachkenntnissen.

V.C.: Frau Kahlweit, haben Sie vielen Dank fürs Gespräch!

Cathrin Kahlweit studierte Politik und Russisch in den USA, Moskau und Tübingen. Sie besuchte die Hamburger Journalistenschule und arbeitete anschließend unter anderem als Radioreporterin beim Bayrischen Rundfunk. Ab 1989 war sie Redaktionsmitglied bei der „Süddeutschen Zeitung“. Dorthin ist Kahlweit nach einem kurzen Intermezzo als Redaktionsleiterin bei der Talkshow ‚Anne Will’ zurückgekehrt. Ich traf sie letzte Woche während des MainzerMedienDisputs.



Ich kommuniziere, also bin ich!

November 22, 2008

merkel_handy

Nicht mal Angela Merkel hält es lange ohne ihr Handy aus: Wer sie in einer Bundestagsdebatte beobachtet, wird bemerken, dass ihr Blick immer wieder gen Mobiltelefon wandert. Manchmal legt sie es in ihre Schublade, um der Nachrichtenflut zu entkommen – ihr Lagezentrum schickt ihr alle 3 bis 5 Minuten eine Mitteilung… vielleicht möchte sie sich auf das Wesentliche konzentrieren: die aktuelle Debatte.

Kurznachrichten entkommen, indem das Handy abgeschaltet wird, Emails entfliehen, indem man das Emailprogramm schließt, dem Telefonterror Einhalt gebieten, indem der Stecker gezogen wird – macht das noch (oder schon wieder) jemand?

Sein heißt Wahrgenommen werden

Wahrscheinlich nicht, gilt doch Bischof Berkeleys 250 Jahre alt Maxime »Esse est percipi « heute mehr denn je. Was die menschliche Wahrnehmung nicht erfasst, besteht auch nicht. Der Berkeleysche Lehrsatz mag ein wichtiger Grundgedanke für die Erkenntnisphilosophie (gewesen) sein, aber auch gegenwärtig erscheint er aus kommunikationssoziologischer Perspektive von Aktualität: Wahrnehmen können wir längst nicht mehr nur über Augen, Ohren, Tast-, Geruchs- oder Geschmackssinn. Jede SMS, jedes Telefonat, jede Email ist ein Reiz und in gewisser Weise ein Wahrnehmen. Wird dem Empfänger doch signalisiert, dass es jemanden gibt, der sich mir mitteilen möchte, an mich denkt oder schlicht meine Aufmerksamkeit will.

Mythos Multitasking

Aufmerksamkeit sei die Währung unserer Zeit meint Miriam Meckel, Professorin für Kommunikationsmanagement. Wer wahrgenommen wird, Aufmerksamkeit erhält, muss wichtig sein und hat Einfluss, das ist die kognitive Schleife, die wir dazu winden.

Soweit, so menschlich und verständlich. Das Problem stellt sich, sobald man alles gleichzeitig will: kommunikative Vernetzung und nebenbei Arbeiten, ein Gespräch mit einem Gegenüber führen oder eine andere, etwas komplexere Handlung (als die Schuhe binden) vollziehen. Dann hört man oft das lapidare Credo: „Ich bin multitaskingfähig“. Aber sorry Ladies, auch wir sind das nicht :)

Vom „Mythos Multitasking“ brachte mich bereits erwähnte Frau Meckel in einem Interview zu ihrem Buch „Das Glück der Unerreichbarkeit“ ab: „Wir können das gar nicht, sondern wechseln in einer rasanten Geschwindigkeit zwischen den einzelnen Aufgaben, die wir bearbeiten, hin und her…“

Klar, logisch – Ist kein großer Erkenntnisgewinn? Eigentlich weiß jeder, dass man nicht mehrere Sachen (gut) gleichzeitig machen kann? Mal schauen, wie lange das trotzdem noch (fast) alle versuchen…


Sarah & Marc: Crazy in divorce – half-truths

November 14, 2008

Für Anne

„Blog doch mal über was interessantes“, sagte letzte Woche eine der Protagonistinnen der nachfolgenden Fotostory

- it’s still the same old story – Love, Sex, Cheating – which charms the crowd…

And here we go:

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