Fatale Verwechslung: Sex mit dem Zwillingsbruder!

November 1, 2009

Weil er kein Cowboy-Tattoo auf dem Hintern trägt, flog er auf. Jared Rohrig aus dem US-Bundesstaat Connecticut hatte Sex mit der Affäre seines Zwillingsbruders. Der weiblichen Beteiligten fiel mittendrin auf, dass sie gerade mit dem Falschen zugange war.

Was ist passiert? EXPRESS.DE klärt das Verwirrspiel auf: An einem Samstag im Juli verabredete sich eine Frau mit Joe Rohrig. Mit ihm führte sie eine lockere Affäre, die beiden hatten ein paar Mal miteinander geschlafen. Die Frau klingelte an der Haustür und wurde von Joes Zwillingsbruder abgeholt.

Jared bemühte sich nicht, den Irrtum aufzuklären. Die beiden redeten wenig, küssten sich, landeten im Pool, dann im Schlafzimmer. Die Frau war noch nie im Haus der Rohrigs (die beiden 25-Jährigen wohnen noch daheim). Sie schöpfte keinen Verdacht und vergnügte sich mit Jared. Joe, den sie eigentlich treffen wollte, war müde und schlief in seinem Zimmer. Als Jared aufstand, und sie auf seinen Hintern blickte, fehlte etwas! Die Cowboy-Tätowierung an der linken Pobacke. Die Frau merkte, dass sie Sex mit dem falschen Zwilling hatte!

hintern

...da fehlt doch was am Hintern

Bis der Schwindel aufflog, war der Sex noch gemeinsamer Wille beider Beteiligter gewesen. Nach dem sie die Täuschung entdeckte, habe sie nicht weitermachen wollen. Im Gegenteil: Die Frau begann zu weinen, Jared soll ihr ein Kissen aufs Gesicht gedrückt haben.

Jared wird nun der Prozess gemacht. Was ihm genau vorgeworfen wird, ist nicht ganz klar. Ist er ein Vergewaltiger oder einfach ein mieser Betrüger, der die Situation ausgenutzt hat? Ist Sex strafbar, wenn die eine Person den Partner für jemand anderen hält? Pikant an der Geschichte: Jared ist Polizist in der Probezeit.

Epilog: Ein Sommer ohne Praktika ist wie Kiffen ohne Inhalieren – sicherlich möglich, aber vielleicht nicht sinnvoll. Ich habe einige Wochen in der Express-Redaktion in Köln verbracht, und oben zu lesen ist eines der „boulevardesquen Filetstücke“ :-)


Letzte Kabinettssitzung: Zeugnisse!

September 21, 2009

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Jetzt gibt es Noten für unsere Politiker!

Von VERA CORNETTE

Köln – Die letzte Kabinettssitzung ist gelaufen. Zeit für Abschlusszeugnisse findet EXPRESS.DE. Kritisch und manchmal augenzwinkernd haben wir uns die Leistungen der Ministerriege angesehen.

Wir lassen noch einmal die Verdienste und Fehltritte unserer Bundesminister Revue passieren. Aufgefallen sind uns Steinbrücks markige Sprüche, der Werdegang eines blassen Beamten zum feurigen Kanzlerkandidat. Auch Ministerinnen, die mehr oder weniger von der Bildfläche verschwunden sind – und von deutschen Mondexkursionen träumen, sind uns nicht entgangen.

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Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) – befriedigend
Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie ist der neue Stern am Polit-Himmel. Gibt sich kosmopolitisch, ist beliebt und der jüngste von allen. Dem Opel-Rettungskonzept der Kanzlerin stimmte er nicht zu. Eigenes Konzept? Fehlanzeige! Punkteabzug gibt es füs Posieren am Times Square.

Ursula von der Leyen (CDU) – gut
Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend musste mit harten Bandagen kämpfen – und das häufig gegen ihre eigenen Partei’freunde’. Sie setzte das Elterngeld (ursprüngliche SPD-Idee) und den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze durch. In letzter Zeit meldete sie sich häufig bei gesundheitspolitischen Fragen zu Wort… Ambitionen auf einen anderen Ministerposten?

Annette Schavan (CDU) – ausreichendschavan_gr
Wer von der Bundesministerin für Bildung und Forschung und ihrer Tätigkeit etwas mitbekommen will, muss schon sehr gut aufpassen. Dank der Förderalismusreform sind ihre Kompetenzen ziemlich beschnitten worden. Ihr neuester Coup: ein Raumfahrtprogramm. Mal sehen, ob demnächst eine deutsche Flagge auf dem Mond weht…

Ulla Schmidt (SPD) – ausreichend
Wenn sie den Namen der Bundesministerin für Gesundheit hören, wird Ärzten, Patienten und Pharmalobbyisten gleichermaßen schlecht. Ganz schön hartnäckig also. Einziges Manko: Schlecht sind mittlerweile – aufgrund der Dienstwagenaffäre – auch ihre Umfragewerte. Da wäre Frau Schmidt wohl besser in Aachen geblieben, anstatt nach Alicante zu fahren…

(Den ganzen Artikel auf Express.de oder hier klicken)



Wie Wählen vergessen werden kann

September 17, 2009

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Ja ja, ich bekenne mich schuldig. In allen Punkten der Anklage. Ich habe meine demokratische, ja meine moralische Pflicht nicht erfüllt. Und würde ich im Kanton Schaffhausen wohnen, so wäre nun eine Geldbuße von drei Franken fällig. Um was es überhaupt geht? Ich weilte am 30. August in Barcelona – soweit so gut. Nur: An diesem Sonntag wurde in meiner Heimatstadt gewählt.

Was meinen Reisebegleiter wenig schockierte („Ich gehe immer in die Kabine, und rufe ‘Sag mal jemand STOP’, dort mache ich dann mein Kreuzchen“), löste bei mir Entsetzen aus. Scheiße, Briefwahl vergessen…

Dass ich das Wählen vergessen habe, brachte mich auf eine Idee, die – wie ich fand – es zu verfolgen lohnte. Was ist mit den Menschen, die das Wählen vergessen, weil sie dement sind? Jene, die keine autonomen Entscheidungen mehr treffen können? Die auf Pfleger, Ärzte und Angehörige angewiesen sind? Kurzum: Die Menschen, deren Leben auf Dependenz beruht?

Jeder 60. der gut 60 Millionen Wahlberechtigten leidet an einer Demenzerkrankung – Tendenz steigend. Schätzungen gehen sogar davon aus, dass 2050 die Zahl der Erkrankten auf vier Millionen steigt. Ihr Anteil läge bei 5 Prozent – theoretisch genug Stimmen für eine Fraktion im Parlament. Aber die Politiker ignorieren das Thema ‘Wahlfähigkeit’ geflissentlich. Das Procedere zu entscheiden ob jemand wahlfähig ist oder nicht, ist zweifelsohne ein heikles Thema. Reicht es, wenn der Betroffene seinen Namen schreiben kann? Doch wie verhalten, wenn – wie in Ostdeutschland wohl häufig – Sätze fallen mit Inhalten wie „Ich wähle die SED“?

In Deutschland gibt es keine Stellvertreterwahl, man darf bei der Stimmabgabe nur helfen, indem man den Wahlzettel vorliest. Doch in wie vielen Fällen werden Briefwahlunterlagen angefordert, die vom Familienmitglied oder Krankenpfleger ausgefüllt werden? Aus purem Verdacht, weil der Opa ja schon immer ein Brauner äh  Schwarzer war. Nur: Was wenn die Tante sich auf ihre alten Tage zur Grünen-Sympathisantin mausert und der Neffe – Freund vom Spitzenkandidat – das Kreuz bei den Gelben macht?

Es gibt keine klare Definition für Wahlfähigkeit, aber ich denke, es wäre an der Zeit, dass sich die Politiker damit auseinandersetzen.

Ich meine ja nur, falls noch jemand ein Thema für den Wahlkampf sucht… ;)


Wissenschaftler: Giftkraut im Salat gefährlich

August 12, 2009

Bei SpOn gelesen, recheriert, mit dem Bonner Experten gesprochen – hier die Zusammenfassung des Gesprächs:

Nach dem Nachweis von Giftkraut in Rucola-Salat schlägt ein Bonner Wissenschaftler Alarm: Gelangt das Kraut in Salat- Packungen, ist dies für Verbraucher gesundheitlich gefährlich. Das Heimtückische: Rucola und das Gemeine Kreuzkraut sehen ähnlich aus. «Die Blätter gleichen sich, so dass Laien im Prinzip keinen Unterschied zwischen Rucola und der Giftpflanze erkennen können», warnte Helmut Wiedenfeld vom Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa am Mittwoch in Bonn. Beide Ackerpflanzen wachsen laut Wiedenfeld auf dem gleichen Boden und das Gemeine Kreuzkraut wird etwa auch so hoch wie die Rucola- Pflanze. «Das Gemeine Kreuzkraut ist quasi nicht auszumerzen, es sei denn man benutzt chemische Mittel», sagt der Wissenschaftler. «Aber bei Bio-Ware etwa geht das ja nicht.»

Wiedenfeld wies daraufhin, dass bereits vor mehr als zwei Jahren giftiges Kreuzkraut in einer abgepackten Salatmischung (Radicchio, Frisee- und Feldsalat) gefunden worden sei. «Damals warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nur vor der Gesundheitsgefährdung – ohne weitere Schritte einzuleiten», kritisierte der Wissenschaftler. «Seit zwei Jahren ist das auf die lange Bank geschoben worden. Es kann doch nicht sein, dass eine Bundesbehörde auf den Giftpflanzen-Fund nicht reagiert.» Von der Behörde erwarte er nun ein «konzentriertes Vorgehen». Das Problem dürfe auch nicht auf die Länder abgeschoben werden, betonte Wiedenfeld. «Schließlich wächst die giftige Pflanze in ganz Deutschland und macht nicht vor Bundesländergrenzen halt.» Die Behörden müssten nun auch sorgfältig kontrollieren, um sicherzustellen, dass keine weiteren giftigen Salatpackungen in den Handel kämen.

Auch in anderen Supermärkten seien vermutlich verdächtige Funde aufgetaucht, sagte Wiedenfeld. «Weitere Proben – darunter von einer großen Lebensmittelkettel sind mir schon zur Untersuchung angekündigt.» Deshalb müsse dringend überprüft werden, wie das Gemeine Kreuzkraut in die Rucola-Packung gekommen sei und ob sich das wiederholen könne. In einer 146 Gramm-Packung Rucola – die ihm zur Überprüfung aus Hannover zugeschickt und aus einem dortigen Supermarkt kommen soll – entdeckte Wiedenfeld nach eigenen Angaben 2608 Mikrogramm des Gifts Pyrrolozidinalkaloid. «Das ist eine erschreckende Dosis.» Dabei werde die vom Arzneimittelgesetz zulässige Tagesdosis um das 2600-fache überschritten. «Dass das gesundheitliches Risiko darstellt, ist offensichtlich. Der regelmäßige Verzehr über lange Zeit kann zu Leberkrebs führen.»

Gespräch: Vera Cornette, dpa


Paris – im Tempo eines Speedy-Sarko

August 5, 2009

...die 'bösen Buben' haben wir natürlich links liegen gelassen ;)

...die 'bösen Buben' haben wir natürlich links liegen gelassen ;)

Ja, es fühlt sich an wie damals… wie Klassenfahrt… kurz bevor es losgeht.  Nervöse Vorfreude, warten auf den Bus, der für die nächsten Stunden zum Mikrokosmos einer bunten Schar Menschen wird. Aber daccapo, ach falsche Sprache… repartir à zéro:

Zu meinem letzten Geburtstag (das Alter wird bewusst nicht genannt, für Vera-Kenner 18 + x halt ;) ) schenkte mir die Fachschaft Kommunikationswissenschaft einen Trip in die französische Hauptstadt. Letzten Samstag war es soweit. Um 7.15 Uhr,  leicht schlaftrunken – bedingt durch eine kleine Feier am Vorabend – trafen Betül und ich auf die anderen Paris-Tagesreisenden. Bald näherte sich ein vom Busfahrer als ‚gold‘ beschriebener ‚V.I.P First class Reisebus‘, so neu, dass die „Bordelektronik noch nicht einmal von Handys gestört wird“. Was impliziert, dass Telefonieren erlaubt ist – und ich hatte schon diese DB-Horrorszenarien der tausend klingelnden Mobiltelefone, der sich produzierenden Menschen aus dem mittleren Management („Ist Frau xy schon im Büro…“) und der Beziehungsdramen („Meine Frau hat deine Haare dort und dort gefunden, jetzt will sie die Scheidung“) in den Ohren. Zum Glück wurde ich eines Besseren belehrt: Keine klingelnden Mobiltelefone, stattdessen ein Multikulti- Bus. Vorne vermutlich Jugoslawisch, hinten Indisch, dazwischen Deutsch – meist der in dieser Region gesprochene Dialekt, vulgo: ‚Ö(s)cher Platt‘.

Gegen Mittag fuhren wir auf die Phériphérique,  Paris’ Stadtautobahn, wie Monsieur conducteur de bus erklärte.  Er genoss mein blindes Vertrauen als Paris-Experte: Trug er nicht nur eine blaue Krawatte mit goldenen Eiffeltürmen, wusste er auch die Prachtstraße zu benennen: „Dort ist die  [Schanks Elisee] (Stephie, du hättest deine Freude!!)… doch im Vergleich mit den anderen Busfahrern, die ich bisher auf dem Weg nach Paris erlebt habe, war dieser Herr noch harmlos… Belassen wir’s dabei.

Also, Ankommen in Paris. Am Arc de Triomphe spuckte der Bus die Gruppe auf die schwülen Straßen. Allez, allez enfants de la patrie – ab zur nächsten Metro und gen Notre Dame. Die Schlange vor der Kathedrale war erschreckend lang und so wendeten wir einen ‘alten Familientrick’ an (danke an dieser Stelle, Tante Resi :) ) : Flugs durch den Hinterausgang rein. Nach einer homöopathischen Dosis sakraler Besinnlichkeit inmitten schulter-, bein- und bauchfreier Touristen fuhren wir zum Montmatre, der höchsten natürlichen Erhebung der Stadt. So pittoresk das Dorf, so überlaufen die Straßen – insbesondere Richtung Basilika Sacré-Couer stauten sich die Massen. Fast schon irritierend, wie leer die Gassen einige hundert Meter entfernt sind…

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Le Temps, c’est de l’argent, und deshalb verweilten wir nicht lange im Norden und für mich schönsten Teil der Stadt. Weiter zu Place de la Bastille, dort aßen wir in einem Restaurant, auf dem ein Gang zur Toilette nur empfohlen werden kann (Inga und Kathrin dürften wissen, was gemeint ist :) )… als Waschbecken fungiert ein Stalaktit, es gibt einen Wickel-Lese-Raum, indem meist ein paar Magazine herumfliegen und vor zwei Jahre erblickte ich auch Blumen dort unten…

Weiter zu Fuß und mit der Metro auf unserem Parforceritt: Zur Kirche La Madeleine, Place de la Concorde, Louvre, Paris-Plage am Seine-Ufer anschauen, zum Jardin des Tuileries – neben dem Bois de Boulogne meine Lieblingsgrünfläche… von dort aus promenierten wir auf der Champs-Elysées zum Triumphbogen. Ein Blick auf die Uhr: Fast schon 23 Uhr, in einer halben Stunde sollte es im Bus zurückgehen. Also setzten wir uns noch ein bisschen auf eine Bank, ‘genossen’ das hektische Treiben, bemitleideten uns selbst – die Füße schmerzten, der Rücken ebenso.

Die Rückfahrt glich dann wirklich einer Klassenfahrt – alle müde, groggy, redefaul, manche schwitzend, manche frierend… und die meisten versuchten zu schlafen. In den zwei Pflichtpausen blickten sich bleiche, verschlafene Gesichter an… der Blick in Spiegel verbietet sich nach dem Gang zur Toilette, versteht sich von selbst. In der Morgendämmerung erreichten wir Aachen. Hinter uns lag ein unheimlich schneller, aber eindrucksvoller Paris-Trip – vor mir lagen ein paar Stunden Schlaf, Koffer packen auf zum Praktikum nach Bonn…

müd füßMüde (dreckige:)  Füße vor schönem Hintergrund…


Tadel 2.0

Juni 27, 2009

„Cool und witzig“, „sexy“ oder auch „fachlich kompetent“, es wird wohl kaum jemand etwas dagegen haben, in diese Kategorien eingeordnet zu werden. Das müsste für jeden ertragbar sein, erst recht für einen Lehrer, der ja selbst auch kategorisiert, indem er Noten gibt, oder?

Ich denke schon. Doch ist die Benotung eines Lehrers exklusiv – meist zwischen Lehrer und Schüler. Im Internetportal „Spickmich“ kann potentiell jeder die Bewertungen einsehen. Zwar anonym abgegeben, aber sichtbar für die gesamte Internetgemeinde.
Der Bundesgerichtshof entschied diese Woche, dass dies zulässig ist und begründete die Entscheidung mit einem tragendem Element jeder liberalen Demokratie: der freien Meinungsäußerung.

Und wirklich Diffamierendes wurde über die klagende Lehrerin nicht offenbart: Schüler bewerteten ihre pädagogisch-fachlichen Leistungen mit einer 4,3 (so diplomatisch hätte / habe ich meine Meinung über meine Lehrer nicht ausgedrückt :) ). Das fanden die Karlsruher Richter „weder schähend noch beleidigend“. Im Gegenteil: dass Schüler Lehrer bewerten können, ist ein Fortschritt, ein Schritt gen Feedback-Kultur, die man sonst an deutschen Schulen vermisst. Im Regelfall verläuft das Feedback wie eine Einbahnstraße: vom Lehrer zum Schüler, via Noten und Kommentaren.
Es kann nur wünschenswert sein, würden die Lehrer merken, dass sie Schülern die Chance zum Feedback einräumen müssten. Wünschenswert, passierte das im Unterricht. Doch anscheinend hat sich auch zwei Jahre nachdem ich mein Abi gemacht habe wenig geändert: Noch immer sind die Lehrer fokussiert darauf „ihr Ding“ durchzuziehen und lassen ihren Schülern nicht den Raum, ihre Kritik am Unterrichtsstil zu geben. Jetzt stellen sie die Lehrer eben für alle Welt sichtbar an den Pranger.
Ob sich da nicht so mancher Lehrer wünscht, er hätte mit sich reden lassen?

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Diese Rechnung scheint aufzugehen

Juni 6, 2009

Die Ausweitung der Kurzarbeit und statistische Mogeleien drücken die Arbeitslosenquote um 0,4 Prozent. Damit waren im Mai knapp 3,5 Millionen Menschen arbeitslos. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, spricht von einem verspäteten Frühjahrsaufschwung. Und macht gute Miene zur tiefen Krise. Ist ja gar nicht so schlimm, wird einem suggeriert. Dabei werden geflissentlich zwei andere Zahlen ignoriert. Denn ein Grund für die so genannte Frühjahrsbelebung sind die Kurzarbeiter. 1,1 Millionen Menschen arbeiten derzeit kurz. Sie verzichten auf einen Teil ihres Lohns, um nicht arbeitslos zu werden. Das gefällt nicht nur Arbeitsagentur-Chef Weise, sondern auch dem Arbeitsminister. Olaf Scholz sagte: „Wir haben rechtzeitig und in ausreichender Intensität das richtige getan.“ Und meint damit die äußerst großzügige Verlängerung und Subvention der Kurzarbeit. Doch hat der Rettungsanker in stürmischen Zeiten, das wichtigste Arbeitsmarkt-Instrument in der Wirtschaftskrise auch Schattenseiten. Die jedoch weder Weise noch Scholz zur Kenntnis nehmen. Fast jedes Unternehmen kann in der Krise Kurzarbeit beantragen, egal wie schlecht es ihm geht. Die Regelungen sind breit, und zwar viel zu breit gefasst. Mitnahmeeffekte sind die Folge. So wird das Kurzarbeitergeld zu einer willkommenen Finanzhilfe auch für florierende Firmen.

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In Krisenzeiten und mit Blick auf die horrende Staatsverschuldung sind verschwendete Gelder für den Steuerzahler nicht nachvollziehbar. Das Instrument Kurzarbeit bedarf einer kritischen Prüfung. Die kosmetischen Eingriffe in die Arbeitslosenstatistik bedürfen ebenfalls eines genauen Hinsehens. Seit Anfang Mai werden Menschen, die mithilfe privater Jobvermittler oder Bildungseinrichtungen Arbeit suchen, nicht mehr von der Arbeitslosenstatistik erfasst. Auf einen Schlag sind rund zwanzig Tausend Menschen nicht mehr arbeitslos. Doch auch statistische Mogeleien können nicht über das hinwegtäuschen, was uns noch bevorsteht. Einen ersten bitteren Vorgeschmack liefert der Maschinenbau. Die beschäftigungswichtige Branche meldet einen Auftragssturz um 58 Prozent. Ein Beispiel für das, was dem deutschen Arbeitsmarkt bevorsteht. Das wird Auswirkungen auf große Teile der Stammbelegschaft haben. Kurzarbeit und statistische Schönfärberei hin oder her.

Dieser Kommentar entstand im Rahmen eines WDR5-Seminars. Bericht und weitere Infos auf wdr5.de



Wir machen’s uns im Internet…

Mai 18, 2009

Widget, Usability, Mashup – wer bei diesen Begriffen ein wenig verwirrt dreinschaut, dem geht es ähnlich wie mir und den meisten der 20 Teilnehmer eines Crossmedia-Trainings. Vor wenigen Wochen haben wir uns in Hamburg getroffen. Nach vier Tagen des intensiven Ausprobierens getreu der heuristischen ‘Trial and Error’-Methode hatten wir eine Vorstellung davon, was sich hinter den Bezeichnungen Widget & Co verbirgt – und wohin der Weg zukünftiger Journalisten gehen kann (oder wird; je nach Perspektive :) ).

Nach Überlegungen zur ‘perfekten Webseite’ sowie Einführungen in Technik und Texten fürs Web legten wir die Themen für die Webmagazine, die wir in den nächsten Tagen erstellen wollten, fest. „Alsterfrühling“ und „Moin sagt man im Hamburg“ wurden die Oberthemen, in kleineren Gruppen arbeiteten wir an unseren Projekten – vom Eistest-Video, zur Audioslideshow bis zum animierten Alsterspaziergang.

In unseren Köpfen nistete sich schnell das Bild des „ungeduldigen Users“ ein – gemeint ist ein Wesen, das kurze Sätze, ungewöhnliche Bilder… mag. Deshalb wollten wir besondere Webmagazine schaffen. Attraktiv gestaltet, prägnante Teaser, die zum Weiterlesen animieren. Und für die besten Bilder und den lieben User geht man dann auch schon mal um 6 Uhr früh zur Alster oder begibt sich zur Kneipentour ins Schanzenviertel (was eine besondere Strafe war, ne Jungs?;)…

Und was sind jetzt Widgets, Mashups, was versteht man unter Usability? Letzeres meint Benutzerfreundlichkeit, Widgets sind Anwendungen, die in eine Website eingebunden werden können und Mashups meint die Erstellung neuer Inhalte durch die Kombination bereits bestehender.

Viel zu theoretisch? Find ich auch! Deshalb empfehle ich einen Besuch auf

· www.moinhamburg.wordpress.com

· www.alsterfruehling.wordpress.com

und wer sich direkt den Hamburger Eiszeit-Eistest anschauen mag, klickt hier.

Hamburg März April 09 003

Zu Rercherchezwecken im Schanzenviertel… ;)

Was haltet ihr vom Journalismus im Web? Neumodischer Kram oder Zukunft der Journaille? Kennt ihr die Hamburger Eiszeitfilialen? Schon mal Priapismus gehabt und an der Heidi geschleckt?


Bye bye Berlin!

April 11, 2009

berlin-marz-2009-088

„The place to be“ ist Berlin offiziell seit Anfang März. Damals startete der party-affine Regierende Bürgermeister den zweiten Teil der be.berlin-Kampagne. Um „weltweit einen langfristigen Imagegewinn“ zu erzielen, wie es Wowereit beschrieb.

Passte ja perfekt: Von Ende Februar bis Ende März war die Hauptstadt auch mein place to be. Ein vierwöchiges Praktikum im Bundespresseamt beim stellvertretenden Regierungssprecher Thomas Steg und im Referat für Familie, Senioren, Frauen und Jugend war Grund meines Umzugs an die Spree. (Regierungs-) Pressekonferenzen, öffentliche Termine, militärische Ehren, (eigenständige) Erkundungstouren durchs Kanzleramt und interne Besprechungen bestimmten meine Agenda.

Wortklauberei

Mein inhaltlicher Schwerpunkt war – wen wird’s wundern – Frauen- und Gleichstellungspolitik. Für die Homepage der Bundesregierung und diverse Publikationen recherchierte und schrieb ich Artikel. Währenddessen lernte ich zum Beispiel, dass zwei Prozentpunkte Zuwachs innerhalb von 10 Jahren euphorisch verkauft werden wollen (es geht um eine Statistik zu modernen Männern) und das Erfinden neuer Kategorien vieles in einem sonnigeren Licht scheinen lässt. Gab es vor 10 Jahren noch traditionelle Männer, heißen sie heute „teiltraditionell“. Den Unterschied haben weder meine Referatsleiterin oder ich erfasst, aber klingt ja schon viel fortschrittlicher, nicht wahr?

Gelbe Karte gesehen

Gelegentlich begleitete ich den stellvertretenden Regierungssprecher ins Kanzlereck. Bei Antipasti, Buletten und Espresso macchiato trifft sich dort ein illustrer Kreis von Journalisten, die dem „linken Spektrum“ zu zurechnen sind, wie Gelbe-Karte-Sprecherin Tissy Bruns sagte. Rund eineinhalb Stunden redet Steg dort über alles, was er gerade berichtenswert findet – auch Angela Merkels Führungsstil ist ein beliebtes Gesprächsthema. Verlässt man nach dem obligatorischen Kaffee den Gesprächskreis, kann man sicher sein, nah an den meinungsmächtigen des Berliner Raumschiffs gewesen zu sein. Doch bleibt die Frage: Wer steuert wen?

Berlin ist bekanntlich mehr als Medien und Politik. Für mich ist’s Kiez und Kult, Wohnen in der sanierten Platte und Shopping im Designerlädchen um die Ecke. Umgeben sein von Leuten, die sich ein Tick cooler, hipper fühlen als anderswo, jeden Tag aufs Neue zum Staunen gebracht werden… Um es mit Jean Paul zu sagen: „Berlin ist mehr ein Weltteil als eine Stadt“.

Einige Anregungen für euren nächsten Berlin-Besuch:

  • Wohlriechende Kleinigkeiten gibt’s in diesem Laden in den Rosenhöfen
  • Ein wunderbares Kaffeehaus mit hausgemachten Spezialitäten
  • Tolles Café mit Kleinkunst im Wohnzimmerstil
  • Morgens Frühstück, Nachts Party – alles très chic im Dante
  • Club mit tollem Ausblick direkt am Alex
  • Wer länger dort bleiben will: Wohnen in ‘meinem Viertel’ (Mitte / Hakesche Höfe) kann ich nur empfehlen

. . .

Die Berliner Band Tele singt:

„Ich kann riesige Buchstaben auf dem Mond sehen. Da steht: Bye bye Berlin…“

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Und ich füg dem hinzu: Bis bald, Berlin!


Zwischen Laptop und Wickeltisch

März 18, 2009
Eine echte Power-Frau...

Eine echte Power-Frau...

Der Mann geht zur Arbeit, die Frau führt den Haushalt – so war das zumindest früher einmal. Geschlechterrollen sind in den letzten drei Jahrzehnten durcheinander geraten: Traditionelle Muster sind zwar auf dem Rückzug, aber moderne haben sich bisher nicht durchgesetzt.

Die Mehrheit der Männer scheint in ihrer neuen Rolle noch nicht angekommen zu sein. Zwar ist die Zustimmung zu Modellen, in denen Mann und Frau sich gemeinsam um Kinder und Haushalt kümmern, gestiegen. Während die Gruppe der „modernen“ Männer kaum größer geworden ist, wuchs bei Männern mit traditionellen Wertvorstellungen die Akzeptanz anderer Modelle.

Zu diesem Ergebnis kommt die vom Bundesfamilienministerium geförderte Untersuchung „Männer in Bewegung – 10 Jahre Männerentwicklung in Deutschland“. Der Düsseldorfer Sozialwissenschaftler Rainer Volz und der Wiener Theologe Paul Zulehner haben die 400 Seiten starke Studie im Auftrag der Gemeinschaft der Katholischen Männer Deutschlands (GKMD) und der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erstellt.

Vier Typen Männer

Vier Männertypen identifiziert die Studie: Da gibt es auf der einen Seite den teiltraditionellen Mann, der sich vornehmlich über den Beruf definiert, sich als Ernährer sieht, Kinder und Haushalt der Frau überlässt und der Ansicht ist, dass zu Beginn einer Partnerschaft der Mann den ersten Schritt tun sollte. Auf der anderen Seite gibt es den modernen Mann, der dafür ist, dass sich Mann und Frau in gleichem Maße um Haushalt und Kinder kümmern sollten und sich wünscht, dass beim Haushaltseinkommen beide Partner beteiligt sind.

Dazwischen sind – laut Studie – der „balancierende“ Mann und der „suchende“ Mann angesiedelt. Während der balancierende Mann meist aus traditionellen und modernen Positionen aussucht, was in sein persönliches Lebenskonzept passt, kann der suchende Mann mit beiden Rollen nicht viel anfangen. Er hat sein Leitbild noch nicht gefunden, ist oft aufgeschlossen gegenüber gleich berechtigten Partnerschaftmodellen, aber unsicher mit Blick auf seine eigene Position in Beruf und Familie.

Der „suchende Mann“ ist der laut Studie der am stärksten ausgeprägte Männertyp: Knapp ein Drittel der Befragten (30 Prozent) ließen sich ihm zuordnen. Ihm folgt der teiltraditionelle Typ mit 27 Prozent, dann der „balancierende Mann“ mit 24 Prozent. Die Gruppe der „modernen Männer“ stellt mit 19 Prozent nicht nur die kleinste Gruppe dar. Sie ist auch im vergangenen Jahrzehnt kaum gewachsen, nur um zwei Prozentpunkte.

Auffällig ist, dass sich das Männerbild und das Frauenbild in höchst unterschiedlichem Tempo modernisieren. So hat sich laut Studie die Zahl der Frauen, die ein traditionelles Lebensmodell bevorzugen, in den vergangenen elf Jahren halbiert, während sie bei den Männern im gleichen Zeitraum nur um drei Prozentpunkte gesunken ist. 32 Prozent „modernen“ Frauen stehen nur 19 Prozent „moderne Männer gegenüber. Bei den ganz Jungen beträgt das Verhältnis 41 Prozent zu 13 Prozent. Unter den unter 19-jährigen Männer ist die Gruppe der „Suchenden“ am stärksten ausgeprägt, bei den unter 19-jährigen Frauen ist es das balancierende Modell. „Der starke Überhang an modernen Frauen wird dazu führen, dass sich entweder der Druck auf die Männer erhöht oder die Entwicklung der Frauen sich verlangsamt“, so das Fazit der Studie.

(Der ganze Artikel und der Link zur Studie)